Soziale Einrichtungen wie Kindergärten befinden sich oft in kirchlicher Trägerschaft. Dass eine kirchliche Trägerschaft für Kommunen attraktiver ist als der Betrieb sozialer Einrichtungen durch die Stadt oder durch andere freie Träger, ist auch Folge von gesetzlichen Regelungen, die die Kirchen begünstigen. Religiöse Indoktrination bereits im Kleinkindalter wird so staatlich gefördert und ist politisch offenbar auch gewollt, wie aktuelle Entscheidungen im westfälischen Münster zeigen.
Der in Berlin als Philosoph und Politikwissenschaftler lehrende Bernd Ladwig legt mit "Politische Philosophie der Tierrechte" eine umfassende Darstellung zum Thema vor. Der Band kann als ein Grundlagenwerk zum Thema gelten und geht von einem interessentheoretischen Ansatz von Rechten aus, liefert aber auch aufgrund des formalen Anspruchs "harte Kost".
Betrachtet man die öffentliche und wissenschaftliche Debatte über das Rassismusverständnis, so lässt sich eine bedenkliche Ausweitung wie Eingrenzung konstatieren. Da werden Einwände aus menschenrechtlicher Perspektive als rassistisch diffamiert, gilt dies doch als eurozentrischer und überlegener Standpunkt. Gleichzeitig leugnet man rassistische Praktiken, wenn die Betroffenen einer angeblichen Dominanzkultur angehören.
Inmitten der Corona-Krise hat Gesundheitsminister Jens Spahn einen Expertenkreis um Vorschläge zur Neuregelung der Suizidassistenz gebeten, der überwiegend aus einstigen Befürwortern des verfassungswidrigen § 217 StGB besteht. Die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und das Hans-Albert-Institut (HAI) erläutern in ihrer heute veröffentlichten Stellungnahme, wie eine alternative Regelung aussehen könnte, die dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gerecht wird.
Mit einem neuen Beitrag über das Vertrauen in die Presse erzielt ein bekannter YouTuber eine hohe Reichweite. Die in weiten Teilen richtige und wichtige Kritik hätte allerdings noch umfassender ausfallen können. In einem Kommentar erläutert Constantin Huber, weshalb das Anliegen, das Vertrauen in die Medienlandschaft zu verbessern und mehr Menschen dazu zu bewegen, dass sie seriöse Zeitschriften guten Gewissens konsumieren können, unterstützenswert ist und durch welche Veränderungen dies womöglich noch besser erreicht werden kann.
Weshalb gab und gibt es keinen großen weltweiten Protest, als drei Tage nach Floyds Ermordung im Iran die 13-jährige Romina von ihrem Vater im Schlaf enthauptet wurde. Oder als vier Tage später in Algerien die 10-jährige Rima so brutal bei einem Exorzismus gefoltert wurde, dass sie ums Leben kam. Oder weshalb begehrte die Welt nicht auf für die seit zwei Jahren eingesperrte saudische Frauenrechtlerin Loujain Al-Hathloul?
Die katholische Kirche in Deutschland verliert rasant an Mitgliedern. Vor allem erzkonservative Katholiken sterben aus, was unter anderem zum Auflagenschwund traditionsreicher katholischer Zeitungen führt. Diese werden so ungewollt zu Kronzeugen für den Untergang des traditionellen Katholizismus.
Man zeigt sich heute gerne betroffen, etwa von Rassismus und Gewalt. Ein schwarzes Quadrat ist auf Instagram schnell mal geteilt, und Justin Trudeau glänzt mit 21 Schweigesekunden. Mit so was sieht man immer gut aus. Allerdings hat die Schau-Betroffenheit ihre Tücken.
Millionen Frauen in der Welt werden in soziale Umwelten hineingeboren, in denen sie sich zum Tragen von Schleiern gezwungen sehen. Wie viele von ihnen mögen sich und andere insgeheim oder offen gefragt haben: "Können selbstbestimmtere Menschen sich überhaupt vorstellen, wie entmenschlichend es ist, das Gesicht hinter einem Schleier verbergen zu müssen?"
Neben staatlich besoldeten evangelischen und katholischen Militärseelsorgern werden nun auch jüdische Militärrabbis Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr betreuen. Das beschloss der Bundestag am vergangenen Donnerstag.
Anlässlich des Internationalen Kindertages am 1. Juni fordert ein breites Bündnis von knapp 60 Organisationen, darunter auch der Humanistische Verband Deutschlands, den Bund sowie Länder und Kommunen auf, der Bekämpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient.
Die Corona-Zeit könne dazu führen, dass die Gottesfrage in der Öffentlichkeit noch mehr verstumme und die Kirchen noch leerer würden, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Georg Bätzing in seiner Pfingstpredigt. In der Zeit des Shutdowns sei die Kirche offenbar nicht als relevant wahrgenommen worden.
Bereits im Vorfeld gab es viel Kritik an dieser Zurschaustellung christlicher Macht. Zumal in Berlin, der wahrscheinlich säkularsten Stadt Deutschlands. Doch als wäre das nicht genug, steht nun über der deutschen Hauptstadt "dass im Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind."
Weshalb sollte sich gerade eine solch theoretische Wissenschaft wie die Philosophie mit der Coronakrise beschäftigen? Was können Philosophen erkennen, was Virologen nicht sehen? Diese und viele andere hochaktuellen Fragen versuchen Adriano Mannino und Nikil Mukerji in ihrem gerade erschienenen Essay zu beantworten.