Mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Debatten und dem Ziel, unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Frauenrechte zu werfen, präsentiert das 24. "Filmfest FrauenWelten" seine diesjährigen Themenschwerpunkte samt ausgewählter Highlights des kuratierten Filmprogramms.
Terre des Femmes und 23 weitere Organisationen der Zivilgesellschaft fordern in einem Offenen Brief von der Bundesregierung, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen: zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und zur Verhinderung weiterer Femizide.
Ein Team des Centre for Information Resilience hat die Gewalttaten der Taliban in Afghanistan analysiert und kam auf schockierende Zahlen – nur die Spitze des Eisbergs, kommentiert der Studienleiter. Das Ausmaß der Gewalt an Frauen sei größer. Die Taliban spinnen das Netz der Geschlechter-Apartheid in Afghanistan immer feinmaschiger. Derweil schiebt die Bundesregierung kriminelle Afghanen ab und gibt dem islamistischen Regime ungewollt einen "normalen" Anstrich.
Weibliche Genitalverstümmelung soll nach dem Willen der Europäischen Union härter bestraft werden. Doch allein Strafandrohungen reichen nicht, es braucht vor allem Ausbildung und Information, betonen Fachleute.
"Die Zahlen des BKA zeigen erneut: Der gefährlichste Ort für eine Frau ist noch immer das eigene Zuhause. Der gefährlichste Zeitpunkt für eine Frau ist die Trennung. Und der Gewalttäter ist statistisch gesehen am häufigsten der Partner oder Expartner" sagt Johanna Wiest, Referentin für häusliche und sexualisierte Gewalt bei Terre des Femmes.
Terre des Femmes (TdF) begrüßt es, dass im Ausland geschlossene Kinderehen auch in Zukunft nichtig sein sollen, und die Folgen der Unwirksamkeit besser geregelt werden, etwa was Unterhaltszahlungen betrifft. Die Organisation fordert allerdings weitere Änderungen und hat dazu eine Stellungnahme an das Bundesjustizministerium geschickt.
Die libanesische Schriftstellerin Haneen Al-Sayegh hat mit "Das unsichtbare Band" einen bewegenden, autofiktionalen Debütroman vorgelegt. Mit poetischem Feingefühl erzählt sie die Geschichte einer Frau, die sich von den Ketten ihrer religiösen Herkunft befreit, um selbstbestimmt leben und lieben zu können.
Auf TikTok und Instagram propagieren Influencerinnen, mit der Hausfrauenrolle dem westlichen Selbstverwirklichungsdruck entkommen zu sein. Sie nennen sich "Tradwives" oder "stay at home girlfriends". Ihr Alltag besteht aus Kochen, Kindererziehung und Gehorsamkeit gegenüber dem Partner. Er rechtfertigt sich mal christlich, mal (anti-)feministisch, mal rechtspopulistisch oder auch betont unpolitisch. Das traditionelle Frauenbild soll einen Gegenentwurf zu "Woke", unbezahlter Care-Arbeit oder Karrierefrauen liefern. Dabei wiederholen Tradwives nichts anderes als eine verzweifelte Krisenbewältigung im Zeitalter der Identität. Gehen sie auch eine Schwesternschaft mit erzkonservativen Musliminnen ein?
Die Menschen in Afghanistan werden von den bärtigen Islamisten weiter drangsaliert, schikaniert und tyrannisiert. Männer und Frauen dürfen wieder öffentlich ausgepeitscht, die Frauen zudem nun auch gesteinigt werden – wie in der ersten Herrschaftsphase der Taliban. Dabei hatten sie sich bei ihrer Machtübernahme lammfromm und geläutert gegeben. Dass sie nun doch wieder ihr wahres Gesicht zeigen, lässt den Rest der Welt unbeeindruckt – das Schicksal der Menschen in Afghanistan wird ignoriert.
"Incels" sind Männer, die unfreiwillig zölibatär leben und dafür den Frauen im Allgemeinen die Schuld geben. Die Rhetorik der Maskulinisten weist Überschneidungen mit dem Rechtsextremismus auf, aber religiös ist die Männergruppe offiziell nicht. In ihren Foren schwärmen die selbsternannten Incels auch von den Mönchen vom Athos-Berg. Dort ist der Zutritt für alles Weibliche verboten – nur Katzen zum Mäusejagen werden geduldet.
Sind Frauen in ihrem Herkunftsland aufgrund ihres Geschlechts physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt, so ist dies ein von EU-Ländern anzuerkennender Grund für die Gewährung internationalen Schutzes. Dies urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am vergangenen Dienstag.
Seit die Menschen- und Bürgerrechte auf der politischen Bühne eine Rolle zu spielen begannen, kämpften Frauen dafür, dass die Menschen- nicht Männerrechte blieben. Mit Gisela Notz sprach MIZ über das Erreichte und Wege, den herrschenden Zustand weiter zu verändern.
Morgen ist "Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen". Zahlreiche Organisationen fordern an diesem Tag Politik und Gesellschaft auf, den Schutz von Frauen vor Gewalt zu verstärken.
Was haben Incels und Islamisten gemeinsam – und was nicht? Dieser Frage widmete sich die Frauenrechtlerin Rebecca Schönenbach im Rahmen eines Online-Vortrags bei der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.