Benjamin "Bibi" Netanjahu, 2016

Was wusste Netanjahu?

Eine Recherche von Haaretz wirft neue Fragen darüber auf, welche Warnungen die israelische Regierung vor dem Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 erreichten. Im Zentrum steht der Vorwurf, Benjamin Netanjahu sei vor einem geplanten Großangriff gewarnt worden, habe die Hinweise jedoch nicht an die Sicherheitsführung weitergegeben. Was tatsächlich wann bekannt war und welche Konsequenzen daraus gezogen wurden, ist bislang nicht abschließend geklärt.

In Großbritannien bleibt Sterbehilfe verboten

In Großbritannien bleibt Sterbehilfe auf absehbare Zeit verboten. Das britische Unterhaus hatte sich 2025 mit knapper Mehrheit für eine Liberalisierung ausgesprochen. Doch es gilt als wahrscheinlich, dass die Abgeordneten in der laufenden Sitzungsperiode zu keiner Abstimmung kommen.

Symbolbild

Antizionismus oder Antisemitismus?

Auf dem Landesparteitag der Linken in Niedersachsen Mitte März wurde mit Antrag A01 ein Beschluss gefasst, der den "heute real existierenden Zionismus" scharf angreift. Die zugespitzte Sprache des Antrags löste innerhalb der Partei umgehend Widerspruch aus und führte zu einer deutlichen Distanzierung, die den Beschluss als Angriff auf jüdisches Selbstbestimmungsrecht kritisierte. Auch öffentlich entbrannte eine kontroverse Debatte über Inhalt, Begrifflichkeiten und mögliche antisemitische Implikationen des Antrags.

Rolf Heinrich

Zornige Zeichnungen

Rolf Heinrich hat ein neues Buch mit religionskritischen Karikaturen veröffentlicht. Sein neues Werk "Teuflisch! Blasphemische Karikaturen und Gedanken" ist im Angelika-Lenz-Verlag erschienen. Im Interview beantwortet er Fragen zu seiner neue Veröffentlichung.

Wie Journalismus im KI-Zeitalter überleben kann

Josef Drexl, Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München, betont, dass KI auf menschliche Kreativität angewiesen ist und dass menschliches Denken für die Demokratie unerlässlich ist. Journalistinnen und Journalisten spielen eine zentrale Rolle, die KI nicht ersetzen kann. Der Wissenschaftler schlägt vor, dass KI-Anbieter eine Abgabe zahlen, die an Urheberinnen und Urheber verteilt wird, unabhängig von der Nutzung ihrer Werke.

Achteinhalb Jahre für Jacques Tilly

Ein Moskauer Gericht hat den Düsseldorfer Bildhauer und Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft und umgerechnet 2000 Euro Geldstrafe verurteilt. Auch verhängte das Strafgericht ein vierjähriges Arbeitsverbot gegen Tilly.

Kein Jacques Tati an "Stillen Feiertagen"

An sogenannten "Stillen Feiertagen" wie Karfreitag oder Totensonntag gelten in vielen Bundesländern besondere Einschränkungen. Meist wird über Tanzverbote diskutiert. Weniger bekannt ist jedoch eine andere Kuriosität: Auch Filme dürfen an diesen Tagen nicht beliebig öffentlich gezeigt werden. Mehr als 700 Titel stehen auf einer Liste von Produktionen, die als "nicht feiertagstauglich" gelten – darunter Komödien, Actionfilme und sogar Klassiker der Satire.

Kirchliches Arbeitsrecht in der Defensive

Das kirchliche Arbeitsrecht ist in der Bundesrepublik Deutschland seit vielen Jahren ein Streitpunkt. Das Bundesverfassungsgericht hat immer wieder die Vorrechte der Kirchen betont. Einen ganz anderen Akzent hat der Europäische Gerichtshof gesetzt, der die übergeordnete und letztlich entscheidende Gerichtsinstanz ist. In seinem Urteil vorvergangene Woche hat er seine bisherige Linie beibehalten. Er hat die Befugnisse der Kirchen eingeschränkt und die Rechte der Beschäftigten erneut gestärkt. Für die Zukunft des kirchlichen Arbeitsrechts hat dies erhebliche Folgen.

USAID

Auflösung von USAID führte zu deutlich mehr Desinformation und Verschwörungsnarrativen über Entwicklungszusammenarbeit

Die Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID vor einem Jahr führte weltweit zu Diskussionen über die Notwendigkeit von Entwicklungszusammenarbeit. In deutschsprachigen verschwörungsideologischen und rechtsextremen Milieus kursierten in diesem Zusammenhang massiv Falschinformationen, Verschwörungsmythen und diskreditierende Narrative. Auch pro-russische Akteur:innen mischten mit. Zu diesen Ergebnissen kommt ein neues CeMAS-Research Paper.

Karfreitag ohne Trauer: Säkulare Veranstaltungen in sechs Städten

Übermorgen ist der stillste aller "Stillen Feiertage": Karfreitag. 48 Stunden lang (bis Ostersonntag) gilt dann staatlich verordnete Trauer aus religiösem Anlass – bei nur noch 44 Prozent Kirchenmitgliedern. Säkulare Verbände wollen dem etwas entgegensetzen und haben wieder zahlreiche Veranstaltungen organisiert, die den ernsten Charakter dieser Tage ausdrücklich nicht wahren wollen.

Cover

Rezension

Fremde Feinde

Verhaftet, angeklagt, hingerichtet. Der Prozess gegen Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti gilt als einer der unfairsten der amerikanischen Justizgeschichte. Die Beweislage, die den beiden italienischen Einwanderern die Schuld an einem Raubmord gab, war brüchig. Sie mussten am 23. August 1927 sterben – trotz weltweiter Proteste. Waren sie unschuldig?

Weitere Rezensionen

Termine

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Omid Nouripour und Michel Friedman

Empört euch anständig!

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour hat ein kleines Buch geschrieben. Er möchte es als Ergänzung zu Stéphane Hessels fulminantem Aufruf „Empört Euch!“ verstanden wissen, der vor über 15 Jahren erschienen ist und eine ganze Generation prägte. Gemeinsam mit Michel Friedman diskutierte er in der Urania Berlin über Wut und Empörungskultur, Anstand, Zuhören und Respekt.

Hape Kerkeling

Wie Hape Kerkeling für ein AfD-Verbotsverfahren wirbt

Nie zuvor stand der Justizausschuss des Thüringer Landtags so im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit wie bei seiner jüngsten Sitzung. Eine Ausschussanhörung in einem Landtag interessiert normalerweise nur wenige Menschen. Den Thüringer Linken gelang jedoch ein besonderer Coup, indem sie den Komiker und Entertainer Hape Kerkeling auf die Expertenliste setzten und damit bundesweite Beachtung für ein Thema erzielten, das bislang in Talkshows und Medien diskutiert und bei Demonstrationen eingefordert wird: die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens.

Vor dem Kanzleramt

Sterbehilfe, Gesetze und ein noch nicht beendeter Kampf

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum. Die Redaktion möchte diese Zeit Revue passieren lassen und jeden Monat auf einen Artikel oder ein Thema hinweisen, der beziehungsweise das die Gesellschaft mitverändert hat. So begleitet unter anderem auch das Thema „Sterbehilfe“ den hpd seit seiner Gründung.

Verleihung 2025

„Praktisch jeder Kandidat birgt ein Schadenspotenzial“

Mit dem Satirepreis „Goldenes Brett vorm Kopf“ zeichnen die Wiener Skeptiker den „größten unwissenschaftlichen Blödsinn des Jahres“ aus. Gemeint sind laut Ausschreibung Personen, „die mit wissenschaftlich längst widerlegten Behauptungen oder absurden Verschwörungstheorien Geld, Ruhm oder Einfluss anstreben, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten“. Der hpd hat mit dem Mitorganisator Stefan Uttenthaler gesprochen, über skurrilen Aberglauben, gefährliche Verschwörungserzählungen und warum es wichtig bleibt, über kritisches Denken aufzuklären.

K.o.-Tropfen in Getränk

„Frank S. ist kein Einzelfall“

Heute ist der nächste Verhandlungstag gegen Frank S. vor dem Berliner Landgericht in Moabit. Er soll viele Frauen betäubt, vergewaltigt und das Ganze auf Datenträgern festgehalten sowie teilweise weiterverbreitet haben.

Schrott

In Europas Elektrogeräten verbirgt sich ein Rohstoffschatz

Rohstoffe im Wert von 65 Milliarden Euro schlummern europaweit ungenutzt in Waschmaschinen, Smartphones und anderen Elektrogeräten. Eine neue Studie der Boston Consulting Group und der Cradle to Cradle NGO zeigt: Konsequente Kreislaufwirtschaft könnte einen Großteil dieses Materialwerts zurückgewinnen – und würde Europas Herstellern angesichts neuer EU-Gesetze und wachsenden Wettbewerbsdrucks entscheidende Vorteile verschaffen.