Jahrelang konnte die katholische Kirche in Spanien auf einfachem Wege Immobilien auf ihren Namen eintragen. Etwa 100.000 sollen es nach einer Untersuchung sein. Immobilien, für die die Kirche keine Grundbesitzsteuern zahlte und bei denen teilweise Personen Besitzansprüche anmeldeten. Erstmals erklärt die Kirche nun, dass ihr knapp 1.000 Immobilien nicht gehören. Die Regierung fordert die Rückgabe und untersucht weitere fast 80 Fälle.
Am 11. Juli 2021 begannen in Kuba Proteste gegen die Corona-Politik der Regierung. Die Protestierenden forderten eine sichere Ernährungslage, medizinische Versorgung und Impfungen gegen Covid-19. Die Demonstrationen wurden brutal niedergeschlagen. Mindestens eine Person wurde getötet, hunderte misshandelt und etwa 5.000 festgenommen. In Verhandlungen erwarten die Demonstrierenden jahrelange Freiheitsstrafen. Unter ihnen befinden sich auch Dutzende Minderjährige.
Eine mit prominenten Rednerinnen besetzte öffentliche Online-Veranstaltung des Vereins "Frauen für Freiheit" klärt am 27. Januar über die Hintergründe und Problematiken des sogenannten "World Hijab Day" auf, der am 1. Februar zum zehnten Mal stattfindet.
Die Welt wird in Atem gehalten. Seit Jahren bereits. Provokationen, Drohungen, Morde und Annexionen – das politische Arsenal eines Landes, das sich selbst als Weltmacht sieht und gefälligst als solche von allen wahrgenommen werden sollte. Eine Einschätzung aus der Ukraine.
#LetUsTalk ("Lasst uns reden") ist ein Aufschrei von vielen Frauen aus muslimischen Communities im Westen, denen Islamophobie vorgeworfen wird, wenn sie laut über Benachteiligung, Diskriminierung und Demütigung von Mädchen und Frauen innerhalb ihrer Familie und Gemeinschaften sprechen. Im Zentrum stehen dabei der Text eines kanadischen Arztes ägyptischer Abstammung und seine Kritik an der Verschleierung minderjähriger Mädchen.
Die Bischofskonferenz hat angekündigt, dass Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der portugiesischen katholischen Kirche untersucht werden sollen. Betrachtet werden soll der Zeitraum von 1950 bis 2022. Betroffene können sich im Internet oder per Telefon melden und schildern, was ihnen angetan wurde. Ende 2022 soll eine erste Auswertung und Übergabe der Daten an die Strafverfolgungsbehörden erfolgen. Auch Kirchenunterlagen sollen gesichtet und ausgewertet werden.
Anfang Dezember wurde Priyantha Kumara, Export-Manager einer Textilfabrik, von einem wütenden Mob in Sialkot der Blasphemie bezichtigt. Er wurde gejagt, totgeschlagen und sein Körper angezündet. Sein Vergehen war das Entfernen von Parteiwerbung aus Unternehmensräumen, die unter anderem mit religiösen Versen bedruckt gewesen sein soll. Dutzende beteiligten sich am Mord, Hunderte an der Verbrennung, viele machten sogar Selfies mit dem brennenden Körper. 131 Verdächtige wurden festgenommen.
Jahrzehntelang waren indigene Kinder ihren Familien entrissen und in, meist von der katholischen Kirche geführte, Internate gebracht worden. Dort sollten ihre Sprachen und ihre Kultur gegen jene der aus Europa Zugewanderten ausgetauscht werden. Die Kinder erlebten zudem noch körperliche und sexuelle Gewalt. Nicht wenige starben und wurden in unmarkierten Gräbern verscharrt. Nun hat sich die Regierung zu einem Entschädigungspaket von 40 Milliarden kanadischen Dollar entschieden. Eine Entscheidung, die mit gemischten Gefühlen aufgenommen wird.
Satirische Beiträge, die Religionskritik enthalten, bringen stark religiöse Menschen häufig auf die Palme. Besonders heftig scheint das auf jene zuzutreffen, die sich der fundamentalistischen Auslegung des Islams zugehörig fühlen. Aus deren Reihen kommt es immer wieder zu blutigen Übergriffen gegenüber Religionskritiker:innen. Wenn eine Zeitschrift mit hoher Reichweite etwa den islamischen (vermeintlichen) Propheten Mohammed durch den Kakao zieht, dann sind Ausschreitungen und Mordaufrufe gegenüber den Verantwortlichen keine Seltenheit. Im Fall von Charlie Hebdo kam es vor sieben Jahren auch tatsächlich zur Ermordung eines Großteils der Redaktion.
Die katholische Hilfsorganisation "Missionaries of Charity" (MoC), gegründet von der Nonne Mutter Teresa, muss in Indien künftig ohne ausländische Geldspenden auskommen. Nicht etwa aufgrund der berechtigten Kritik an einer "Wohltätigkeit", die das Seelenheil höher wertet als grundlegende medizinische Anforderungen. Nein, die "Missionarinnen der Barmherzigkeit" sind offenbar der hindu-nationalistischen Regierung ein Dorn im Auge.
Hin und wieder werden Werbespots aufgrund eines Shitstorms aus den sozialen Netzwerken, Videoportalen, Fernsehen oder Radio entfernt. Geht es dabei etwa um Rassismus oder Sexismus, sind dieser öffentlich aufgebaute Druck und die entsprechenden Konsequenzen sehr begrüßenswert. Wenn allerdings auf die Gefühle von homophoben Persönlichkeiten Rücksicht genommen wird, sind die Leidtragenden vor allem LGBTQIA+. Diese Form von Cancel Culture muss als reaktionär eingestuft werden. Ein Kommentar von Constantin Huber.
In der Stadt Moscow im US-Bundesstaat Idaho hat es sich die Kirchengemeinde Christ Church zur Aufgabe gemacht, die lokalen Institutionen zu unterwandern und strebt an, aus dem kleinen Städtchen eine rein "christliche Stadt" zu machen. Weiteres Ziel der erzkonservativen Kirche um den Prediger Douglas Wilson ist es, anschließend in den gesamten USA eine Theokratie zu errichten.
Nach Hinweisen auf brutale Exorzismen und weitere Gewalttaten einer Sekte, konnten Behörden im Januar 2020 in der Region Ngäbe Buglé 15 Gefangene befreien, fanden jedoch auch ein Massengrab vor. Im Grab verscharrt waren die Körper von sieben Menschen, unter ihnen minderjährige und eine schwangere Person. Diesen Dezember wurden nun neun Personen zu jeweils mehreren Jahrzehnten Haft verurteilt.
Eine neue Studie des Pew Research Centers zeigt, dass die Menschen in den USA sich immer mehr von Religionen distanzieren – und zwar fortwährend seit Beginn der Erhebung im Jahr 2007. Hält dieser Trend an, könnte die Gruppe der konfessionsfreien Menschen bereits in wenigen Jahrzehnten den größten Teil der amerikanischen Gesellschaft ausmachen.
Sie tragen "Patriot", "Jesus" oder "Tactical" im Benutzernamen. Manchmal auch schlicht "Mom" oder "Sparky". Eine Gruppe christlicher US-Prepper tauscht sich regelmäßig per Videokonferenz aus. Sie verbindet eine Gruppenidentität, an deren Spitze zwei Dinge stehen: der zweite Verfassungszusatz (Waffenfreiheit) und männliche Dominanz.