Man hört hierzulande gelegentlich von "neuen Impfempfehlungen" in den USA oder von politischen Debatten um den Impfkalender. Was dabei kaum vermittelt wird: Die amerikanische Impfpolitik erlebt derzeit eine der stärksten institutionellen Erschütterungen der letzten Jahrzehnte. Die CDC – lange Zeit globale Referenz für immunologische und epidemiologische Standards – wurde politisch... Mehr →
Die vollmundigen Versprechen von Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei der Publikation der Eckpunkte, auf die sich die Regierungskoalition im Februar einigte, stehen in krassem Widerspruch zur Realität des nun von ihr vorgestellten Gesetzentwurfes. Renate Bernhard stellt Kritiker vor und nimmt Reiches Versprechen unter die Lupe. Mehr →
Das Abgeordnetenhaus North Carolinas besprach letzte Woche einen Vorstoß, der selbst das texanische Kopfgeldgesetz noch zivilisiert aussehen lässt. "H1232" sieht unter anderem die De-facto-Legalisierung von Mord an Abtreibungswilligen per Selbstjustiz vor. So unrealistisch die Verabschiedung dieses Gesetzes auch ist, lohnt ein analytischer Blick auf Text und Kontext. Hier zeigen sich... Mehr →
Es ist eines der berühmtesten Gedankenexperimente: Man nehme eine unendliche Anzahl Affen, die unendlich lange auf Tastaturen hauen – und irgendwann werden sie die gesamten Werke Shakespeares geschrieben haben. In metaphysischen Diskussionen wird das "Infinite Monkey Theorem" häufig angeführt um zu zeigen, dass die Existenz des Universums mit seinen fein... Mehr →
Eine Broschüre der Giordano-Bruno-Stiftung versucht, die Anerkennung transgeschlechtlicher Selbstbestimmung mit einem objektiven Geschlechtsbegriff zu verbinden, lässt dabei jedoch zentrale philosophische Debatten weitgehend unberücksichtigt. Besonders problematisch erscheint die Orientierung am "Phänotyp" als geschlechtsbestimmendem Kriterium, da sie stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit reproduziert und sowohl Transpersonen als auch andere geschlechtlich nonkonforme... Mehr →
Der Fall Egenberger hat mit Blick auf das kirchliche Arbeitsrecht Rechtsgeschichte geschrieben. Nun ist er zwar endgültig mit einem Sieg der kirchlichen Seite vor dem Bundesarbeitsgericht ausgegangen. Ganz so unbefangen freuen dürfen sich aber auch kirchliche Arbeitgeber wie Diakonie und Caritas nicht über das Ergebnis des 14 Jahre andauernden Rechtsstreits. Mehr →
Im Rahmen der "75. Wiener Festwochen" fand am vergangenen Wochenende ein dreitägiges "Glaubenstribunal" statt. Die von Milo Rau inszenierte Performance war prominent besetzt, unter anderem mit der Femen-Aktivistin Inna Shevchenko, den Charlie-Hebdo-Verantwortlichen Gérard Biard und Laurent Sourisseau sowie der iranischen Schauspielerin und Aktivistin Kosar Eftekhari. Die Abschlussreden hielten Hamed Abdel-Samad... Mehr →
Seit dem 28. Februar befinden sich die Vereinigten Staaten im Krieg mit dem Iran. Eine freie Presse, die den folgenschwersten Konflikt der letzten 25 Jahre durchleuchtet, käme da gerade recht. Doch Präsident und Pentagon wollen sich mit solcherlei demokratischem Hokuspokus nicht abgeben. Statt auf Transparenz setzt man auf Erpressung und... Mehr →
Wenn alljährlich wechselnd der katholische und der evangelische Kirchentag in verschiedenen Städten stattfinden, dann werden diese mehrtägigen Großevents zu einem sehr großen Teil durch öffentliche Mittel unterstützt. Und wann immer diese Unterstützung der kirchlichen Großevents, die ja von allen Steuerzahlern bezahlt werden, kritisiert wird, halten die Veranstalter dagegen, dass die... Mehr →
Noelia Castillo wollte sterben. Spanien hat ihr das Recht dazu eindeutig bestätigt. Trotzdem dauerte es fast zwei Jahre, bis sie es in Anspruch nehmen durfte – weil ihr Vater, unterstützt von einer religiösen Anwaltsorganisation, alles daran setzte, ihren Willen zu brechen. Mehr →
Der 13. Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit geht an Yahya Ekhou aus Mauretanien und Natalja Kljutscharjowa aus Russland. Beide erhalten jeweils 10.000 Euro Preisgeld. Der Zentralrat der Konfessionsfreien gratuliert im Namen der säkularen Verbände Deutschlands insbesondere Yahya Ekhou. Er ist Vorsitzender der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland e.V., die Mitglied im Zentralrat der Konfessionsfreien ist. Der Palm-Preis wird ihm im November 2026 als "Stimme für säkulare Freiheit" verliehen.
Seit zwölf Jahren reist die Aktionsgruppe "11. Gebot" zu jedem Kirchen- und Katholikentag, um mit ihrer drei Meter hohen Moses-Figur an das "11. Gebot" zu erinnern: "Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!" Beim vom 13. bis 17. Mai stattfindenden Katholikentag in Würzburg wird "Moses" durch die bekannten Skulpturen des "Hängemattenbischofs" und des "Geldhamsters" unterstützt. Sie weisen auf einen "doppelten Skandal" hin: Während die katholische Kirche noch immer Millionenzuschüsse vom Staat kassiert, werden die Opfer sexueller Gewalt im Stich gelassen.
Die Ankündigung, für den Kölner Dom sowie für die Nürnberger Sebaldus- und Lorenzkirche zukünftig Eintritt zu verlangen, sorgt für erheblichen Diskussionsstoff. Doch ist diese Entscheidung nicht letztlich konsequent, wenn man historische Kirchen als das einordnet, was sie längst auch sind: touristische Sehenswürdigkeiten?
Es gibt immer mehr Deutsche, die immer weniger über die eigene Vergangenheit reden möchten. Die AfD will die Erinnerungskultur in Deutschland grundsätzlich verändern. Sie spricht hier von einem "Schuldkult". Helmut Ortner anlässlich des heutigen "Tags der Befreiung" über die geplante Entsorgung der Erinnerungskultur, die "Gegenwart der Vergangenheit" – und die Pflicht, sich zu erinnern.
Homöopathie, Schöpfungsglaube im wissenschaftlichen Gewand, Verschwörungsmythen, Künstliche Intelligenz und das Spannungsfeld zwischen Politik und Wissenschaft – das sind nur einige Themen der "SkepKon 2026", veranstaltet von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Diese größte skeptische Konferenz Deutschlands findet vom 14. bis 16. Mai in Regensburg statt und richtet sich an Lehrkräfte, Journalisten und alle Neugierigen mit offenem Geist und klarem Verstand.
Die indonesische Armee wirbt im seit 1963 besetzten Westpapua für kostenlose Vorhautbeschneidungen, die sie auch selbst durchführt. Als Begründung muss wieder einmal die umstrittene AIDS-Präventions-Hypothese herhalten.
Am 22. April veranstaltete der Seniorenbeirat der Stadt Jever einen Infoabend unter dem Titel "Am Lebensende – so oder so? Oder Sterben wie die Kessler-Zwillinge? Oder im Hospiz?". Gedacht war dies als Begleitveranstaltung für die Theatergäste des Stückes "Nacht, Mutter" der Landesbühne Nord. Neben Ingo Reichenbächer, Sozialpädagoge beim Sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises Friesland, war auch der Autor dieses Textes als Mitglied des "Arbeitskreises Selbstbestimmtes Sterben" eingeladen, um Fragen zur Freitodhilfe zu beantworten.
Mit Ende April ist in England ein Gesetz in Kraft getreten, das klar regelt, dass Frauen wegen ihrer eigenen Abtreibung nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden dürfen. Während das grundsätzliche Verbot des Schwangerschaftsabbruchs und Regelungen für Ärzte oder andere Dritte bestehen bleiben, gilt dies für die betroffene Frau selbst nicht mehr. Damit wurde ein entsprechender Straftatbestand aus dem Jahr 1861 ("Offences against the Person Act") außer Kraft gesetzt und die strafrechtliche Verfolgung zumindest für die betroffenen Frauen beendet.
Inzwischen sind 14 Jahre vergangen, seitdem das Kölner Landgericht die nicht-therapeutische Vorhautentfernung ("Beschneidung") bei einem Jungen als strafbare Körperverletzung bewertete. Die Politik beendete die öffentliche Debatte um Menschenrechte und Religionsfreiheit des betroffenen Kindes mit dem Paragrafen 1631d Bürgerliches Gesetzbuch und überlässt es seitdem Eltern und Erziehungsberechtigten, über nicht-therapeutische Eingriffe an männlichen Kindergenitalien zu entscheiden. Das internationale Bündnis zum Gedenken an das "Kölner Urteil" ruft indessen weiterhin zum Aktionstag des "Worldwide Day of Genital Autonomy" (WWDOGA) auf und fordert das Recht auf körperliche Unversehrtheit von Kindern aller Geschlechter weltweit.
Die absolute Strafbarkeit von Suizidbegleitungen in Großbritannien ist der Erlaubnis in Deutschland entgegengesetzt. Dabei wird für die Ablehnung einer liberalen Handhabung allerdings stets dasselbe angeführt: Vermeintlicher Druck auf vulnerable Menschen. Nun soll diese abstrakte Lebensschutz-Gefährdung "anderen nicht zur Last fallen zu wollen" sich auch auf ein britannisches Reformgesetz beziehen, welches einzigartig strenge Restriktionen enthält. Dennoch ist es ein Drama, dass und wie es am 24. April in London gescheitert ist.
Die demografische Entwicklung wird häufig als Hauptursache angeblicher Rentenkrisen angeführt. Dabei ist nicht das zahlenmäßige Verhältnis der Generationen entscheidend, sondern die gesamtwirtschaftliche Produktivität und ihre Verteilung. Alterssicherung ist keine demografische Zwangslage, sondern eine politische Gestaltungsfrage.
Das Abtreibungsmedikament Mifepriston darf in den USA vorerst weiterhin uneingeschränkt per Post versandt werden. Das entschied der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) der Vereinigten Staaten im Eilverfahren. Damit stehen medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche vorerst auch wieder ungewollt Schwangeren offen, die in einem Bundesstaat mit strengen Abtreibungsgesetzen leben.
Gestern war weltweiter Star-Wars-Tag, denn der 4. Mai auf Englisch klingt wie "May the Force (be with you)" – "Möge die Macht mit dir sein". Dieses Mantra hat sich neulich auch die Kirche zu eigen gemacht, und selten klang ein Satz in einer Kirche so hoffnungsvoll und gleichzeitig so unfreiwillig entlarvend. Wenn sich die katholische Kirche in Oberfranken als leuchtender Gegenentwurf zur dunklen Seite inszeniert, erinnert das Ganze eher an eine religiöse Faschingsveranstaltung.
Ein juristischer Erfolg für die Zeugen Jehovas – doch die eigentliche Geschichte beginnt früher: Bereits nach der ersten Niederlage 2024 kam es zu auffälligen internen Lockerungen. Das aktuelle Urteil wirft daher die Frage auf, ob diese Entwicklungen Bestand haben – oder sich nun wieder umkehren könnten.
Bernd Fleißner war über 35 Jahre Teil der christlich-fundamentalen Bewegung und arbeitete eine Zeit lang sogar als evangelikaler Pastor. Eines Tages jedoch gelang ihm der Ausstieg. Im Humanistischen Bildungs- und Begegnungszentrum in Konstanz (hbbk) berichtete er von seinen Erfahrungen und gab tiefe Einblicke in eine Welt, die den meisten verborgen bleibt – und das gefiel den Evangelikalen so gar nicht.
Auf dem Fachtag "Rechtsextremismus in Beratung und Psychotherapie" des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hielt Kerstin Sischka Ende September 2025...
Die vollmundigen Versprechen von Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei der Publikation der Eckpunkte, auf die sich die Regierungskoalition im Februar einigte, stehen in krassem...
Wie in vielen anderen deutschen Städten auch, werden in Wuppertal regelmäßig Gedenkgottesdienste für "unbedacht verstorbene" Menschen abgehalten. Was ist davon zu halten?
Das Erstarken der AfD bedroht die Freiheit von Forschung und Lehre – das zeigte die bundesweite Aktionswoche "Wissenschaft gegen Faschismus". Doch wer Menschenrechte und die...
Im Unterschied zu den religiösen Förderwerken wird das humanistische Bertha von Suttner-Studienwerk (BvS) bislang nicht staatlich gefördert, weil es hierfür angeblich "keinen...
Man hört hierzulande gelegentlich von "neuen Impfempfehlungen" in den USA oder von politischen Debatten um den Impfkalender. Was dabei kaum vermittelt wird: Die amerikanische...
Das Abgeordnetenhaus North Carolinas besprach letzte Woche einen Vorstoß, der selbst das texanische Kopfgeldgesetz noch zivilisiert aussehen lässt. "H1232" sieht unter anderem die...
Die Ankündigung, für den Kölner Dom sowie für die Nürnberger Sebaldus- und Lorenzkirche zukünftig Eintritt zu verlangen, sorgt für erheblichen Diskussionsstoff. Doch ist diese...
In einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung am vergangenen Montag in Nürnberg trafen sich Mitglieder der Bunde für Geistesfreiheit Nürnberg und Fürth, um ihre neuen Vorstände zu...