Das Abgeordnetenhaus North Carolinas besprach letzte Woche einen Vorstoß, der selbst das texanische Kopfgeldgesetz noch zivilisiert aussehen lässt. "H1232" sieht unter anderem die De-facto-Legalisierung von Mord an Abtreibungswilligen per Selbstjustiz vor. So unrealistisch die Verabschiedung dieses Gesetzes auch ist, lohnt ein analytischer Blick auf Text und Kontext. Hier zeigen sich... Mehr →
Nach nur drei Jahrzehnten wird die Pflegeversicherung durch die aktuellen Reformpläne in ihre vor‑sozialstaatliche Logik zurückgedrängt. Die Reform privatisiert Risiken, missachtet Lebensleistung – und gefährdet die Legitimation des sozialen Staates. Sie wird damit zum Paradigma der Grundfrage, was Sozialstaatlichkeit heute überhaupt noch bedeuten soll. Mehr →
Es ist eines der berühmtesten Gedankenexperimente: Man nehme eine unendliche Anzahl Affen, die unendlich lange auf Tastaturen hauen – und irgendwann werden sie die gesamten Werke Shakespeares geschrieben haben. In metaphysischen Diskussionen wird das "Infinite Monkey Theorem" häufig angeführt um zu zeigen, dass die Existenz des Universums mit seinen fein... Mehr →
Eine Broschüre der Giordano-Bruno-Stiftung versucht, die Anerkennung transgeschlechtlicher Selbstbestimmung mit einem objektiven Geschlechtsbegriff zu verbinden, lässt dabei jedoch zentrale philosophische Debatten weitgehend unberücksichtigt. Besonders problematisch erscheint die Orientierung am "Phänotyp" als geschlechtsbestimmendem Kriterium, da sie stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit reproduziert und sowohl Transpersonen als auch andere geschlechtlich nonkonforme... Mehr →
Der Fall Egenberger hat mit Blick auf das kirchliche Arbeitsrecht Rechtsgeschichte geschrieben. Nun ist er zwar endgültig mit einem Sieg der kirchlichen Seite vor dem Bundesarbeitsgericht ausgegangen. Ganz so unbefangen freuen dürfen sich aber auch kirchliche Arbeitgeber wie Diakonie und Caritas nicht über das Ergebnis des 14 Jahre andauernden Rechtsstreits. Mehr →
Im Rahmen der "75. Wiener Festwochen" fand am vergangenen Wochenende ein dreitägiges "Glaubenstribunal" statt. Die von Milo Rau inszenierte Performance war prominent besetzt, unter anderem mit der Femen-Aktivistin Inna Shevchenko, den Charlie-Hebdo-Verantwortlichen Gérard Biard und Laurent Sourisseau sowie der iranischen Schauspielerin und Aktivistin Kosar Eftekhari. Die Abschlussreden hielten Hamed Abdel-Samad... Mehr →
Seit dem 28. Februar befinden sich die Vereinigten Staaten im Krieg mit dem Iran. Eine freie Presse, die den folgenschwersten Konflikt der letzten 25 Jahre durchleuchtet, käme da gerade recht. Doch Präsident und Pentagon wollen sich mit solcherlei demokratischem Hokuspokus nicht abgeben. Statt auf Transparenz setzt man auf Erpressung und... Mehr →
Wenn alljährlich wechselnd der katholische und der evangelische Kirchentag in verschiedenen Städten stattfinden, dann werden diese mehrtägigen Großevents zu einem sehr großen Teil durch öffentliche Mittel unterstützt. Und wann immer diese Unterstützung der kirchlichen Großevents, die ja von allen Steuerzahlern bezahlt werden, kritisiert wird, halten die Veranstalter dagegen, dass die... Mehr →
Die erste Hitzewelle hat Europa erreicht, die Menschen suchen Abkühlung in Bädern und Seen. Während einerseits Frauen immer öfter oben ohne baden dürfen, suchen andere mit einem Burkini die maximale Verhüllung. Liberale Gesellschaften stellt das vor grundlegende Konflikte: Gleichberechtigung der Geschlechter versus Religionsfreiheit, individuelle Bürgerrechte versus Kollektivansprüche. Mehr →
Noelia Castillo wollte sterben. Spanien hat ihr das Recht dazu eindeutig bestätigt. Trotzdem dauerte es fast zwei Jahre, bis sie es in Anspruch nehmen durfte – weil ihr Vater, unterstützt von einer religiösen Anwaltsorganisation, alles daran setzte, ihren Willen zu brechen. Mehr →
Eine Demokratie dürfe nicht werterelativistisch sein, sondern müsse sich auch gegen ihre Gegner verteidigen. Diese Auffassung vertrat bereits in den 1940er Jahren Karl Mannheim, der damals im Exil lebende deutsche Soziologe. Seine Ausführungen dazu sind jetzt als kurzes Buch "Militante Demokratie. Reden zur Re-Education" erstmals in deutscher Sprache erschienen. Die Betrachtungen sind (leider) auch für die Gegenwart relevant.
Der schwarz-rote Senat in Berlin wollte Religion als Wahlpflichtfach einführen. Das hätte den Traditionen der Stadt und auch den Ergebnissen aus dem "Pro-Reli"-Volksbegehren entgegengestanden.
Hat das aufklärerische Erbe uns noch etwas zu sagen? Das ist die Frage, die Philipp Blom umtreibt. Und über die der Historiker und Autor denn auch mit den Gästen des "Humanistischen Salons" des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes (DA!) in einem etwas ungewöhnlichen Format diskutierte. Blom, der, wie er sagte, in den letzten Zügen der Fertigstellung eines neuen Buches sei, war von seinem Wohnort Wien zugeschaltet auf einen großen Bildschirm im Forum Freies Theater in Düsseldorf. Die Technik machte es möglich, dass er seinen Interviewer Florian Chefai, wissenschaftlicher Koordinator des Hans-Albert-Instituts, und auch die Mitdiskutanten aus dem Publikum gut erkennen und mit ihnen ins Gespräch kommen konnte.
Traurige Bilanz von Amnesty International: Die Menschenrechtsorganisation registrierte im vergangenen Jahr weltweit mindestens 2.707 Hinrichtungen – so viele wie seit dem Jahr 1981 nicht mehr.
"Das Unverzichtbare in unversöhnlichen Zeiten" lautet der Untertitel des 2025 bei Alibri erschienenen Buchs "WerteWirrWarr" von Franz Josef Wetz. Darin geht es um ethische Standards unserer pluralistischen Gesellschaft und die Weltordnung. Morgen stellt der freigeistige Philosoph, der auch Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung ist, sein Buch im "Humanistischen Campus" vor: live und online, für alle Interessierten kostenfrei verfügbar.
Noelia Castillo wollte sterben. Spanien hat ihr das Recht dazu eindeutig bestätigt. Trotzdem dauerte es fast zwei Jahre, bis sie es in Anspruch nehmen durfte – weil ihr Vater, unterstützt von einer religiösen Anwaltsorganisation, alles daran setzte, ihren Willen zu brechen.
In Dornbirn wurde der erste Platz der UN-Kinderrechte im Westen Österreichs eröffnet. Die Initiative ging von vielen jungen, engagierten Freiwilligen aus und wurde von der Caritas Auslandshilfe Vorarlberg unterstützt. Die Jugendlichen erhielten von der Caritas die volle Kontrolle und verwirklichten ihre Ideen und Konzepte in Eigenregie. Der Platz verfügt über mehrere Stationen und ist inklusiv. Die kreierten Info-Schilder und Stationen vermitteln auf verständliche und weiteres Interesse-weckende Weise die weltweit gültigen, universellen UN-Kinderrechte. Zwei der Hauptinitiatorinnen gaben Einblicke in die erfüllende Arbeit.
Führt ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu, dass Menschen weniger arbeiten? Oder stärkt es vielmehr ihre Lebenszufriedenheit und Entscheidungsfreiheit? Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Viele der weitverbreiteten Annahmen über negative Auswirkungen eines Grundeinkommens halten einer empirischen Überprüfung nicht stand.
In Würzburg feierten Kirche und Politik in der vergangenen Woche einmal mehr sich selbst – mit warmen Worten, großen Gesten und Millionen aus Steuergeldern. Kritische Themen? Fehlanzeige.
Finanzierungsprobleme der Sozialversicherungssysteme entstehen nicht aus deren innerer Logik, sondern aus politischen Setzungen: Sonderregime, Beitragsbemessungsgrenzen und die partielle Entlassung leistungsfähiger Gruppen aus der Solidarität führen zu einer schleichenden Residualisierung. Je enger die Solidargemeinschaft, desto lauter die Vorwürfe gegen das System – ein selbstverstärkender Prozess mit demokratischem Sprengstoff.
Die Autoren verzichten bewusst auf alarmistische Zuspitzungen und legen stattdessen ein leises, aber strategisch angelegtes Muster offen. Im Zentrum steht dabei eine adaptive, legale und institutionell eingebettete Vorgehensweise, die auf Geduld, Mehrdeutigkeit und diskursive Anschlussfähigkeit setzt. Auf Basis umfangreicher Quellenarbeit zeichnen Heiko Heinisch, Nina Scholz und Gustav Gustenau nach, wie sich dieser Anspruch ideengeschichtlich entwickelt hat und warum gerade seine Unauffälligkeit demokratische Gesellschaften vor besondere Herausforderungen stellt.
"Königsmacher" nannte man die Washington Post einmal. Dass eine einzelne Zeitung einen Präsidenten zu Fall bringen konnte, war Emblem der Macht einer freien Presse. Heute ist das Blatt ein kaputtgesparter Schatten seiner selbst – und steht damit stellvertretend für einen großen Teil der alteingesessenen liberalen Medien in den USA. Eine chronologische Spurensuche.
Amerikas junge Frauen wenden sich zunehmend vom Glauben ab. Inzwischen bezeichnen sich bereits 43 Prozent der unter 30-jährigen Amerikanerinnen als nicht religiös.
Nach der Zusage von 5,8 Millionen Euro durch die Stadt Düsseldorf unterstützt nun auch das Land Nordrhein-Westfalen den Evangelischen Kirchentag im Mai 2027 in Düsseldorf mit zusätzlich sieben Millionen Euro aus Steuermitteln. Die Geldübergabe wurde im Rahmen eines Pressetermins in einer evangelischen Kirche vollzogen. Die Verantwortlichen wählten dafür als schmückenden Hintergrund den Gekreuzigten und den Altar der Johanneskirche in der Düsseldorfer Innenstadt.
In einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung am vergangenen Montag in Nürnberg trafen sich Mitglieder der Bunde für Geistesfreiheit Nürnberg und Fürth, um ihre neuen Vorstände zu bestimmen und ausscheidende, verdiente Vorstandsmitglieder zu ehren.
Auf dem Fachtag "Rechtsextremismus in Beratung und Psychotherapie" des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hielt Kerstin Sischka Ende September 2025...
Die vollmundigen Versprechen von Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei der Publikation der Eckpunkte, auf die sich die Regierungskoalition im Februar einigte, stehen in krassem...
Der christliche Nationalismus stellt eine ernsthafte Gefahr für demokratische Strukturen dar, vor allem in den Vereinigten Staaten. Der Journalist Arnd Henze beschreibt in seinem...
Der Prozess gegen den 21-jährigen Shariar J., der unter dem Pseudonym "White Tiger" bekannt wurde, hat in Deutschland erstmals größere öffentliche Aufmerksamkeit auf ein...
Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Niedersachsen und der Fachverband Werte und Normen – Ethische und Humanistische Bildung in Niedersachsen e.V. begrüßen die Einführung...
In der Schweiz wirft die Strafanzeige eines ehemaligen Rabbiners zur Beschneidung jüdischer Knaben grundsätzliche Fragen zur umstrittenen Prozedur auf. Für ihn verletzt die...
Das Abgeordnetenhaus North Carolinas besprach letzte Woche einen Vorstoß, der selbst das texanische Kopfgeldgesetz noch zivilisiert aussehen lässt. "H1232" sieht unter anderem die...
Die Ankündigung, für den Kölner Dom sowie für die Nürnberger Sebaldus- und Lorenzkirche zukünftig Eintritt zu verlangen, sorgt für erheblichen Diskussionsstoff. Doch ist diese...
In einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung am vergangenen Montag in Nürnberg trafen sich Mitglieder der Bunde für Geistesfreiheit Nürnberg und Fürth, um ihre neuen Vorstände zu...