Eine aktuelle Studie des französischen Meinungsforschungsinstituts IFOP sorgt für kontroverse Debatten: Während religiöse Bindungen in Europa insgesamt schwinden, zeigt sich unter jungen Musliminnen und Muslimen in Frankreich eine gegenläufige Entwicklung, verbunden mit einer stärkeren Abgrenzung von gesellschaftlichen Normen und republikanischen Werten. Kritiker werfen der Untersuchung Einseitigkeit vor, Befürworter sehen darin... Mehr →
Artikel 261 des schweizerischen Strafgesetzbuches erklärt das Verspotten oder Beschimpfen religiöser Überzeugungen zum Delikt. Er kommt bis heute zur Anwendung, wie jüngst ein Prozess gegen eine Zürcher Politikerin zeigte. Mehr →
"Erregender Frauenhass" ist der Titel eines soeben erschienenen Sammelbandes, herausgegeben vom Feministischen Bündnis Heidelberg. Die Beiträge setzen sich kritisch mit Pornografie auseinander und behandeln die Frage, welche Folgen Produktion und Konsum von Pornografie haben – für Frauen und queere Menschen, für das Geschlechterverhältnis, die Gesellschaft und für unsere gelebte Sexualität... Mehr →
Zehn Jahre Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) – das ist kein lauter Jahrestag. Eher ein stiller, aber gewichtiger Moment. Ein Moment, der weniger nach Feier ruft als nach Reflexion: Was hat sich verändert? Was ist geblieben? Und warum braucht es dieses Netzwerk heute noch – vielleicht sogar mehr denn je? Das INH... Mehr →
Die Entscheidung der EU, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation einzustufen, markiert einen möglichen Wendepunkt in der europäischen Iranpolitik. Aktuelle Gerichtsverfahren in den USA, aufgedeckte Mordpläne gegen Exiloppositionelle und die wachsende internationale Vernetzung zeichnen das Bild einer Organisation, die weit über Irans Grenzen hinaus operiert. Mehr →
Die politische Kultur in Deutschland verändert sich. Nicht durch offensichtliche Verfassungsbrüche, sondern durch etwas viel Unspektakuläreres – und Gefährlicheres: eine zunehmende Verfassungsferne im politischen Denken. Entscheidungen und Forderungen werden mit großer Entschlossenheit vorgetragen, aber ohne jene verfassungsrechtliche Selbstbindung, die den demokratischen Rechtsstaat ausmacht. Mehr →
Mehr Arbeitsstunden sollen die Wirtschaft retten – so lautet derzeit der politische Reflex. Doch moralische Appelle ersetzen keine fundierte Wirtschaftspolitik. Produktivität entsteht durch Investitionen und Nachfrage, nicht durch Druck auf Beschäftigte. Ein Blick auf das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 zeigt, dass ökonomische Steuerung einst als staatliche Verantwortung verstanden wurde... Mehr →
Begriffe wie "Volk, Volksgemeinschaft und Führer" finden wieder Verwendung – nicht nur im nationalgesinnten Gedankengebräu rechtsextremer "Patrioten". Helmut Ortner über Nationalismus, die Erinnerungstilgung der AfD - und warum Bundespräsident Steinmeier als Demokratie-Mahner nicht taugt. Mehr →
Wenn steigende Krankentage wieder einmal als Beleg für mangelnde Leistungsbereitschaft herhalten müssen und daraus eine Korrekturbedürftigkeit der Sozialgesetzgebung abgeleitet wird, ist die Debatte so alt wie unerquicklich. Neu ist lediglich die Selbstsicherheit, mit der altbekannte Denkfehler als wirtschaftspolitische Einsichten präsentiert werden. Friedrich Merz liefert dafür derzeit ein besonders plakatives Beispiel. Mehr →
In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum. Die Redaktion möchte diese Zeit Revue passieren lassen und jeden Monat auf einen Artikel hinweisen, der die Gesellschaft mitverändert hat. Den traurigen Anfang macht dabei die "Prügelnonne", die sichtbares Symbol der bis heute nicht abschließend geklärten Missbrauchsskandale ist. Mehr →
Inspiriert von vergilbten Briefen, die sie in einer Kiste fand, rekonstruiert Marlene Pfaffenzeller das Leben eines Mannes. Frieder, der angepasst und unkritisch seinem Führer und dem deutschen Volk dienen möchte, schrieb die Briefe von den Fronten des 2. Weltkrieges.
Am Wochenende sorgte CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet mit unpassendem Gelächter im von der Unwetterkatastrophe schwer getroffenen Erftstadt für Schlagzeilen. Die darin zum Ausdruck kommende Empathielosigkeit und das mangelnde Gespür für staatsmännisches Verhalten riefen allgemeines Kopfschütteln hervor. Doch das Problem mit Laschet ist nicht nur, dass er an der falschen Stelle lacht. In Hinblick auf drängende Probleme von Gegenwart und Zukunft dürfte sich vor allem seine Wissenschaftsferne als fatal erweisen. Diese teilt er allerdings mit Vielen in Politik und Gesellschaft. Was die Sache nicht besser macht. Ein Kommentar von Udo Edruscheit.
Die Kommission der Europäischen Union leitet rechtliche Schritte gegen seine Mitgliedsstaaten Polen und Ungarn ein. Beide sollen die Rechte von nicht-heterosexuellen Menschen missachten und mit Warnhinweisen vor nicht-stereotypen Geschlechterrollen sowie "LGBT-ideologiefreien Zonen" gegen die menschenrechtliche Charta der EU verstoßen.
In der Nacht zum Donnerstag, 15. Juli 2021, gingen Regenmengen von mehr als 150 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit über Teilen von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Belgien, Luxemburg, und Nordfrankreich nieder. Besonders betroffen ist die Eifel, wo beispielsweise der Pegel der Ahr in Altenahr mit 5,75 Metern die bisherige Rekordmarke von 3,71 Metern (Juni 2016) um mehr als zwei Meter übertraf. Durch die Flutkatastrophe wurden zahlreiche Menschen getötet und hohe Sachschäden verursacht. Sind Ereignisse wie dieses Folgen des Klimawandels? Und müssen wir uns in Zukunft verstärkt auf solche Extremereignisse einstellen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich auch Klimaforschende des KIT.
Manfred Schonlau sorgte heute vor 25 Jahren in Köln für einen handfesten Skandal: Der Fotograf lichtete zwei Aktdarsteller als "Adam und Eva" im Kölner Dom ab "wie Gott sie schuf" – bis auf ein Feigenblatt vor dem Intimbereich waren sie nackt. Eine Aktion mit weitreichenden Folgen, wie der Künstler im Gespräch mit dem hpd erläutert.
Der Aktivist und Publizist Christian Vagedes legt mit "Die vegane Revolution. Gesünder leben, Tiere schützen und den Planeten retten" ein Buch zum den Themen des Untertitels vor. Einerseits korrigiert er locker formuliert viele Fehlschlüsse, andererseits geht es aber auch mit der inhaltlichen Struktur immer wieder etwas durcheinander.
Gibt es einen Dualismus von Leib und Seele, also einen vom Körper unabhängigen Geist? Ist mein Wille frei? Entscheide ich oder etwas in mir? Und wer oder was bin eigentlich "Ich"? Diese Fragen beschäftigen die Philosophie bereits seit Jahrhunderten. Antworten aus Sicht der modernen Hirnforschung gibt John-Dylan Haynes, Professor am Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité Berlin, im Interview mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.
Ist da wer? Da oben im Himmel? Wacht da einer über uns und all die anderen Schäfchen und Wölklein und all die anderen Grilliarden von Planeten? Und wenn es ihn gibt und er aber aus einer halb beleidigten Form von Eitelkeit heraus beschlossen hat, für immer stumm und für uns unsichtbar zu sein, wie kriege ich dann heraus, was er von mir will?
Endlich ist in Deutschland genug Impfstoff gegen das Coronavirus vorhanden, doch die Zahl der Impfwilligen sinkt. Und das trotz erneut steigender Infektionszahlen. Ist der Verzicht auf eine Impfpflicht angesichts dieser Situation wirklich eine gute Idee? Ein Kommentar von Frank Welker.
Ende Mai dieses Jahres wurden durch Untersuchungen von Tk'emlúps te Secwépemc die ersten unmarkierten Kindergräber auf dem Gelände eines Internats für Indigene in Kanada gefunden. Es folgten weitere Bodenradaruntersuchungen anderer ehemaliger Schulgelände. Mittlerweile wurden über 1.000 Gräber entdeckt. Angehörige der Toten und Überlebende dieser Schulen erwarten Aufklärung und eine Bitte um Verzeihung vom Papst. Bisher weigerte sich dieser jedoch, um Entschuldigung zu bitten.
In ihrem jüngst erschienen Buch "Fenster ins Gehirn" erläutern John-Dylan Haynes und Matthias Eckoldt, inwieweit es derzeit möglich ist, aus der Hirnaktivität eines Menschen auf dessen Gedanken zu schließen. hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg sprach mit Hirnforscher John-Dylan Haynes über das Gedankenlesen und seine ethischen Grenzen.
Die beiden großen christlichen Kirchen haben gestern ihre Statistiken zu den Mitgliederzahlen für das Jahr 2020 veröffentlicht. Zwar traten weniger Personen aus als 2019, dennoch sank der Anteil von großkirchlich gebundenen Christen weiter auf nun 51 Prozent.
Die Münchner Opernfestspiele haben in dieser Saison mit keinem geringeren Werk als Richard Wagners "Tristan und Isolde" eröffnet – und das mit einer absoluten Star-Besetzung in den Titelrollen. Auch ohne monatelange Pandemie-bedingte Abstinenz ein Event, das den musikalischen Vollrausch garantiert.
"Erregender Frauenhass" ist der Titel eines soeben erschienenen Sammelbandes, herausgegeben vom Feministischen Bündnis Heidelberg. Die Beiträge setzen sich kritisch mit...
Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt die AfD die Kultur- und Religionspolitik ins Zentrum ihres "Regierungsprogramms". Hinter der Forderung, kirchliche Privilegien...
Papst Leo XIV. hat den "Zerstörer des Friedens" identifiziert. Gemeint ist nicht Wladimir Putin, nicht das Leid in Gaza, Syrien oder im Iran – sondern der Schwangerschaftsabbruch...
Extreme Wetterereignisse nehmen zu. Oft wird angenommen, dass steigende Schäden automatisch zu mehr Klimaschutz erziehen: Wer die Folgen spürt, so die Hoffnung, handelt...
In einem feierlichen Gründungskonvent wurde die Humanistische Akademie Österreich im Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt. Säkulare, humanistische Bildung sollte in ganz...
Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung melden sich die SOS-Kinderdörfer und Terre des Femmes zu Wort. Denn die geächtete Praktik ist keineswegs auf dem...
Arlie Russell Hochschild, eine bekannte US-Soziologin, reiste in eine Hochburg der Trump-Wähler. Ihr Buch "Geraubter Stolz. Verlust, Scham und der Aufstieg der Rechten" sucht nach...
Gipfelkreuze sind ein kontroverses Thema, an dem sich die Gemüter erhitzen können. Tobias Roth und Daniel Bayerstorfer haben sich dieser aufgeladenen Symbolik in ihrem Langgedicht...
Zehn Jahre Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) – das ist kein lauter Jahrestag. Eher ein stiller, aber gewichtiger Moment. Ein Moment, der weniger nach Feier ruft als nach...